Her Royal Fluffiness Celestia, Princess of Cake
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Comments by "Her Royal Fluffiness Celestia, Princess of Cake" (@CakePrincessCelestia) on "Mitarbeiter gesucht! Warum fehlt überall Personal? | Am Puls" video.
@BerndKlein-ef1dg Genau so sieht das aus. Ich bin selbst nach abgeschlossener Ausbildung im IT-Bereich aufgrund der damals wirtschaftlichen Lage (Finanzkrise) und auch gesundheitlicher Probleme in die Misslage gekommen, keine weitere Anstellung zu funden. Ich hab trotz absolut sauberer Bewerbungsunterlagen so gut wie keine Einladungen zu Vorstellunggesprächen bekommen und wenn es mal dazu kam, war es fast immer nur die Variante "Ich wollte Sie einfach mal aufgrund Ihres interessanten Lebenslaufs kennenlernen und mir ein Bild machen, aber ich denke, ich werde mich für jemand anderes entscheiden, bitte nicht persönlich nehmen" war oder am fehlenden Auto ("Ach, Sie kommen aus XYZ? Der Öffentliche Nahverkehrt ist gerade von und nach dort bekanntermaßen so unzuverlässig, dass ich mich nicht darauf verlassen kann, dass Sie damit pünktlich zur Arbeit kommen" - literally so gesagt bekommen!) bzw. der Fahrpraxis und überhaupt der Möglichkeit, das noch zu tun (Sehkraft = FDP - Fast Drei Prozent) scheiterte.
Und in der ganzen Zeit, in der ich joblos rumeiere und versuche, meine ärztlichen Gutachen sowie eine GdB-Feststellung (Stichwort langsame Amtsmühlen und dann sind auf einmal die Befunde zu alt und können nicht mehr bewertet werden, also wieder alle Ärzte und Kliniken erneut abklappern und neue Befunde bekommen...) zu bekommen, musste ich an diversen Maßnahmen teilnehmen und durfte dort so insgesamt um die 100 Leute kennenlernen. Nicht einer/eine davon hatte keinen Bock auf Arbeit! Die wollten alle wieder so schnell wie möglich beschäftigt werden, sozale Anerkennung bekommen und sich das Leben (in vielen Fällen auch für ihre Familie mit Kindern) leisten können! Allerdings muss ich genauso feststellen, dass fast alle irgendwelche nicht gerade geringfügigen gesundheitliche Schwierigkeiten mit sich brachen. Da war literally niemand gesund oder gar topfit! Zeigt auch ganz klar: Wer krank ist, verliert den Job und kommt auch nicht so schnell wieder rein. Es ist egal, ob man Bock hat! Die meisten haben sogar behauptet, sich zuhause zu Tode zu langweilen und allein deswegen wieder arbeiten zu wollen, egal für welches Geld! Hauptsache wieder in Beschäftigung in der Gesellschaft! Mein Fazit: Den Faulenzenden Hartzer, der sich in der Sozialen Hängematte ausruht und gar nicht arbeiten will, gibt es nur im Fernsehen! Ausnahmen mögen die Regel bestätigen, aber mir sind solche "Formate" IRL noch nicht begegnet!
Wir müssen von der Stigmatisierung des Arbeitslosen wegkommen! Jeder hat seine eigene Geschichte mit Hochs und - in diesem Fall leider mehr - Tiefs, daran ändert auch keiner mehr was. Aber den Leuten deswegen die Chancen zu verweigern, das ist asozial! Ebenso ist es asozial, diese deswegen zu diskriminieren!
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Das sind die gleichen A-Geigen, die einen nicht einladen, wenn denen deine Visage nicht passt. Bin 2009 mitten in der Krise erfolgreich aus der Ausbildung auf den Arbeitsmarkt gekommen. Hab über 1000 Bewerbungen geschrieben, an denen es laut diverser Bewerbungscoachs absolut nichts zu beanstanden gab. Ich kann die Einladungen, die ich bekommen habe, an einer Hand abzählen, telefonische Nachfragen blieben grundsätzlich ergebnislos. Ich habe auch immer Probearbeit und Praktika angeboten. Und das als Anwendungsentwickler, wo angeblich immer schon händeringend gesucht wurde. Bullshit! Habe auch alternativ in anderen Fachrichtungen gesucht und ebenso nach weiteren Ausbildungsmöglichkeiten (z.B. Mechatronik) geschaut. Ist natürlich kacke, wenn du keinen Master und 5-10 Berufserfahrung mitbringst und schon über 25 bist... durch diverse gesundheitliche Einschränkungen sind meine Chancen mittlerweile literally bei Null. Ich würde eigentlich gerne noch, aber mich lässt keiner mehr, wäre einfach nicht wirtschaftlich.
Nach fast 15 Jahren kann ich daher mit Fug und Recht sagen: Die Deutsche Wirtschaft kann mich mal! Denn irgendwann vergeht einem einfach die Lust am Scheitern... da red ich lieber mit ner Wand, als irgendwelche Firmen zu kontaktieren, die sowieso keinen Bock haben, Personal einzustellen oder auch auszubilden! Wenn die WIrtschaft oder auch die Gesellschaft mir über ein Jahrzehnt lang den Stinkefinger zeigt, darf sie sich nicht wundern, wenn sie den irgendwann nach ewig viel Geduld und Toleranz auch wieder zurückbekommt!
Und ich fordere bedingungsloses Grundeinkommen bei schweren gesundheitlichen Einschränkungen! Mit 50+% GDB sollte man absolut nicht mehr müssen (ich müsste 60% bekommen, aber das Verfahren läuft noch, klassische Amtsmühlen halt)!
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16:00 Hier muss man aber auch sagen, dass das Problem, welches hier angesprochen wird, eben seine Ursachen hat. Aufstocken kann man, weil es viele gibt, die es müssen! Wer in Vollzeit arbeitet und dafür so wenig Lohn bekommt, dass er/sie noch aufstocken kann, befindet sich auf einem Lohnniveau, das es gar nicht geben sollte! Man darf aber auch nicht vergessen, dass die dabei ausgezahlten Leistungen entsprechend angepasst ist. Der Anspruch wächst, je weniger man verdient. Man kann nicht (volles) Bürgergeld bekommen und dabei "15000 im Jahr" dazuverdienen, ohne dass das auf das Bürgergeld angerechnet wird! Anrechningsfrei sind 100€ im Monat, danach werden 80% des "Dazuverdienstes" verrechnet und die Sozialleistung wird entsprechend reduziert.
17:07 Ich denke auch, dass viele dazu zu stolz sind und trotz Anspruch darauf gar nicht zurückgreifen. Ich kenne persönlich genügend Leute, die arbeitslos sind und nicht gemeldet sind oder daszumindest zeitweise mal waren, weil sie noch vollständig von der Familie durchfinanziert werden können bzw. konnten. Die sind gar nicht in den Statistiken.
18:23 Das ist krass, wie effektiv das sich herausstellt. Da sollten sich mehr Arbeitgeber ein Beispiel dran nehmen!
PS: Die "Barhocker" sind ja mal genial! XD
23:29 In der IT nennt man das klassisches Henne-Ei Problem... es ist literally ein Teufelskreis!
26:22 Genau das würde sich mit dem 4-Tage-Modell decken! Anpacken, Leute!
26:26 Das ist der Elefant im Raum. Gerade mit gesundheitlichen Einschränkungen ist es hierzulande extremst schwer. Ich habe mir nach der Ausbildung einige chronische Krankheiten zugezogen, die nicht mehr heilbar sind. Das sind Handicaps, die die eigene potenzielle Arbeitskraft sehr stark beeinträchtigen - und wenn man nicht mehr wirtschaftlich arbeiten kann, will das auch keiner mehr wohlwollend bezahlen, nur um jemanden von der Staße zu holen. Das Problem ist hier aber, dass die Grenze zur Erwerbsminderung bzw. -unfähigkeit viel zu schwammig ist und gerade in den Gesundheitsämtern bei der Feststellung sehr geschludert wird und man trotz diverser wirklich krassen Einschränkungen noch als "voll erwerbsfähig" eingestuft wird. Es ist dabei egal, ob man fast erblindet ist und ständig irgendwo gegen rennt und dauernd Sachen umschmeißt, die man nicht mehr richtig sieht und im Dunkeln gar 100% vollblind ist. Laut Amt kein Problem, man kann alles noch wunderbar machen. Es ist unglaublich!
33:16 Das ist schon krass...
35:11 Dazu muss gesagt sein, dass man als langzeitarbeitslos gilt, wenn man 1 Jahr oder länger "raus" ist. Geht also recht flott, wenn man nicht sofort Anschluss findet. Gerade in der Pandemie hat man je nach Tätigkeit vielleicht schnell das Jahr voll gehabt, ohne wieder eingestellt zu werden. Immerhin wurde das irgedwann mal angehoben. Ich habe das noch mit nur 3 Monaten in Erinnerung!
35:19 16e und 16i (Teilhabechancengesetz) sind immer noch stark stigmatisiert. Das kommt beim Arbeitgeber nicht gut an, weil der denkt "Wenn der Proband das anders nicht schafft, wird er es damit auch nicht hinkriegen". Und der eigentliche sogenannte Zweite Arbeitsmarkt dafür ist extrem klein. Viele Angebote gibt es da nicht, weil sich eben viele Arbeitgeber da gar nicht erst drauf einlassen wollen. Da nützen auch die besten Gesetze für einen sozialen Arbeitsmarkt nichts, wenn die Firmen nicht mitmachen müssen. Das geht in die gleiche Kategorie wie die 5% Quote für Menschen mit anerkannten Behinderungen. Die Ausgleichsabgabe ist so gering, dass es für die Firmen immer noch deutlich wirtschaftlicher ist, diese einfach abzudrücken, als entsprechenden potenziellen Mitarbeitern eine Chance zu geben, denn die würden ja schon gerne einen ordentlichen Lohn bekommen, der im Monat das übersteigt, was die Abgabe im ganzen Jahr beträgt.
49:21 Das ist letztlich unausweichlich... Gerade das immer wieder als KI falsch bezeichnete Machine Learning (Stichwort ChatGPT als bekanntestes Beispiel, aber auch Engines wie Stable Diffusion) sind das beste Beispiel dafür. In der Branche kommt man nicht darum, diese Tools zu verwenden, um effizienter zu arbeiten - denn andere machen es auch. Und wenn man es selbst nicht macht, fällt man zurück. Und das wird in allen anderen Branchen und Anwendungsfeldern nicht viel anders sein, sobald sich solche Möglichkeiten auftun. Die Frage ist dabei nur: Entstehen dabei mindestens genauso viele Jobs durch die Technik, wie welche durch die Effizienzsteigerung wegfallen? Wenn nein, dann kommt irgendwann zwangsläufig die Frage auf, was man mit den Leuten macht und die Stimmen nach bedingungslosen oder zumindest sozialen Grundeinkommen werden lauter und dann muss auch irgendwann tatsächlich dort etwas passieren. Denn gerade wenn teure Technologien einem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen, die sich das nicht leisten können, verschaffen, wird die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgehen und es wird zwangsläufig auch viele Menschen geben, die als Arbeitskräfte gar nicht mehr zwingend gebraucht werden. Viele schaffen es dann vielleicht noch, sich irgendwie mit ihren Hobbys selbstständig zu machen (wie z.B. YouTuber oder "Influencer"), aber das werden auch nicht alle machen und es wird auch nicht allen gelingen, die es versuchen (ich kenne genug kleinere Kanäle, deren Betreiber hart am Strugglen sind, trotz zusätzlichem Teilzeit- oder gar Vollzeitjob).
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